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REISEFINDER
LANDESKUNDEFläche: 1.800 000 qm (etwa das fünffache Deutschlands); über 90% Wüste • Sprache: Arabisch; andere Sprachen sind kaum verbreitet • Einwohner: 6 Millionen; davon lebt der größte Teil in der Wüste • Staatsform: Militär-Regierung; offiziell Sozialistische Volksrepublik ohne Parteien, in der Volkskongresse die Legislative und Exekutive übernehmen • Staatsoberhaupt: Revolutionsführer Muammar al-Gadhafi • Religion: Islam; vorwiegend sunnitisch • Wirtschaft: 97% der Einnahmen stammen aus der Erdölförderung • Währung: lybischer Dinar (LD)
Antoine de Saint-Exupéry , Wind, Sand und Sterne„Und dennoch liebten wir die Wüste. Zuerst ist sie nur Leere und Schweigen, denn sie gibt sich nicht zu Liebschaften von einem Tage her. ... Nun ist die Sahara in uns, und erst da zeigt sie sich.“ |
„Die wahre Völkerverständigung kann nicht zwischen den Regierungen, sondern nur zwischen den Völkern selbst stattfinden!” verkündete der libysche Revolutionsführer Gadhafi Anfang der 90er Jahre. Er änderte daraufhin die zuvor rigorose Visapolitik, öffnete die Grenzen und erlaubte auch westlichen Touristen den Besuch des Landes. 1969 stürzte eine Gruppe Offiziere unter der Führung Gadhafis König Idris, der seit dem Ende der italienischen Kolonialzeit das Land regiert hatte, und strukturierte das Land nach sozialistisch-panarabischen Idealen um. Alle Entscheidungen sollten von Volkskomitees getroffen werden, Betriebe und Handel wurden verstaatlicht. Hier jedoch nutzte das Volk seine Macht und setzte 1988 die Wiedereinführung des privaten Handels durch. Im Ausland — im Westen wie in der arabischen Welt — stieß Gadhafi auf wenig Gegenliebe. Seine Unterstützung von so manchen Freiheitskämpfern und die Verstrickung in Terroranschläge machten ihn zum enfant terrible der Weltpolitik. Innenpolitisch kann er jedoch durchaus Erfolge vorweisen. Mit Hilfe der Einnahmen aus dem Erdölexport wurde das Land industrialisiert und ein vergleichsweise gutes Sozial- und Bildungssystem eingeführt. Aber wie überall hat auch hier der Fortschritt seinen Preis. Spätestens mit der Umsiedlung der Bevölkerung aus den alten Siedlungen in moderne Beton-Dörfer ist die kulturelle Eigenart der verschiedenen Volksgruppen verloren gegangen. So werden Reisende entlang der Asphaltstraßen Monumente des industriellen Fortschritts entdecken. Abseits der Verkehrswege jedoch erstrecken sich die zeitlosen Landschaften der Sahara.
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