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REISEFINDER
Henno Martin, Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste„Die Sonne senkte sich nach Westen, die roten Dünen glühten wie geschmolzenes Eisen. Langsam liefen die Schatetn in den Schluchten zusammen, steigen wie dunkles Wasser an den Wänden empor und flossen in die flachen Mulden. Die weiten Flächen glichen gewaltigen Teppichen mit samtenen Falten, gesäumt von den Spitzenmustern gezackter Schiefergrate, die nach allen Seiten in die dunklen Schluchten abfielen.“ |
Unter der Überschrift „Reise des Monats“ wollen wir Ihnen Gelegenheit geben, unsere Arbeit auf neue Weise kennen zu lernen. Es geht um Reisen, die uns besonders am Herzen liegen und deren Geschichte wir auf sehr persönliche Weise erzählen. Das erste Beispiel führt nach Namibia.
Entstanden ist sie zuerst im Kopf von Renate Leonhards, NOMADs Spezialistin und Destination Managerin für das mittlere und südliche Afrika. Schon ihr Schwiegervater lebte zwei Jahre mit Buschleuten, ihr Mann hat in Namibia gearbeitet, ihre Schwägerin ist seit vielen Jahren in Namibia verheiratet. Sie selbst reist seit 1982 mit ihrem Mann regelmäßig alle zwei Jahre mehrere Wochen in afrikanischen Ländern, mit dem Geländewagen, selbst organisiert, alleine oder mit Freunden. Der Höhepunkt war eine Durchquerung des Kontinents mit dem Auto von Nord nach Süd, von Deutschland bis Südafrika.
Renate Leonhards zeigt mit dieser Reise ganz unterschiedliche Lebensweisen und natürliche Umgebungen Namibias: die Wildfarm in der Kalahari, den Farmeralltag im Gebiet der Tirasberge, die gewaltige Wüstenlandschaft des Sossusvlei und den gemeinschaftlichen Alltag in der Enge einer ehemaligen Township. Wie sich die einzelnen Standorte und Stationen herausgeschält haben, erzählt sie im Folgenden selbst. Es ist eine lange und sehr spannende Geschichte. Wer jedoch gerade nicht die notwendige Zeit und Muße hat, kann hier schnell wieder nach oben springen.
Ich blieb in Kontakt mit ihnen. Vier der Farmerfamilien haben mittlerweile gemeinsam das 125000 Hektar große Naturschutzgebiet „Tiras Conservancy“ gebildet. Und bei meinem letzten Besuch war auf Betreiben der besonders rührigen Gertrud Gräbner die Idee entstanden, geführte Wanderungen von Farm zu Farm durch die unterschiedlichen Vegetationszonen anzubieten. Denn die Ländereien der Farmen grenzen zwar aneinander, sind aber so groß, dass sie jeweils in einem anderen Vegetationsbereich liegen – von den Randdünen der Namib bis zu den bizarr aufragenden Tirasbergen. Die Farmer selbst, so einigten wir uns, würden während der Wanderungen für Übernachtung und Verpflegung sorgen – und für angeregte Unterhaltung abends am Lagerfeuer.
Diese Idee nahm mich sofort gefangen. Ich war schon oft in der Etosha-Pfanne, auch auf Wildfarmen unterwegs, jedoch immer mit dem Auto. Und ich habe mir immer schon gewünscht, die Tiere nicht nur aus dem Auto heraus erleben zu können, sondern auch mal ungefiltert, also ohne störende Glasfenster und entsprechende Autogeräusche und –gerüche. Das ist allerdings aus Sicherheitsgründen z.B. in der Etosha-Pfanne nicht möglich. Auf Kuzikus dagegen schon: Dort lebt die ganze Wildpalette Namibias – mit Ausnahme der Löwen, Leoparden und Geparden. Der Versuch, auch die Raubkatzen im Kuzikus-Gebiet anzusiedeln, scheiterte letztlich daran, dass diese fanden, die auf den benachbarten Farmen stehenden Rinder seien leichter zu jagen als die flinken Gazellen – und so überwanden sie immer wieder die Außenzäune und räuberten in den Viehherden. Das führte verständlicherweise zum Unmut der Farmer und in der Folge zur Wiederaussiedelung der Raubkatzen.
Gazellen und Giraffen im Silbergras und an der Wassertränke, zahlreiche Vogelarten und ein weites Savannenland, dazu die Möglichkeit zu Fuß zu pirschen – das schienen mir dann wirklich die richtigen Voraussetzungen für einen Baustein der zukünftigen NOMAD-Tour. Auch gibt es Pferde zum Ausreiten für entsprechend interessierte Gäste. Dann ging es weiter in die Tiras-Berge nach Gunsbewys, der Farm von Gertrud Gräbner. Mit ihr habe ich zunächst Landkarten studiert, mögliche Routen besprochen und Kontaktmöglichkeiten ausgetauscht. In Namibia gibt es oft nur eine Telefonleitung für mehrere Farmen, am Klingelzeichen erkennt man, für wen der Anruf ist. Und jeder kann jeden Anruf mithören…Gudruns Mitwirkung war letztlich entscheidend für die Ausarbeitung der Wanderungen in den Tiras-bergen.
Jetzt blieb nur noch das Transportproblem zu lösen. Was die Strecken von Kuzikus in die Tirasberge und weiter nach Sossusvlei betraf, hatte ich von Gertrud Gräbner den Vorschlag mitgenommen, dass einer der Farmer den Transfer der NOMAD-Gruppe übernehmen könnte. Das konnte ich von Deutschland aus konkretisieren und organisieren. Aber wie sollte die Reisegruppe von Sussusvlei nach Windhoek kommen?
Als Fazit kann ich sagen, dass ich die Matutura-Reise ohne die zahlreichen freundschaftlichen Kontakte, die ich während der Erkundung im Juni und während meiner vielen früheren Reisen nach Namibia geknüpft habe, nicht hätte konzipieren können. Diese freundschaftlichen Kontakte sind letztlich auch der Garant dafür, dass wir die Tour überhaupt in dieser Form durchführen können." |
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