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Iran Landeskunde

Iran
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Iran: Ein Land mit langer Geschichte

„Wenn du es kannst, so sei großmütig wie die Palme, kannst du es nicht, so sei wie die Zypresse frei.“ Die Menschen im heutigen Iran nehmen ihren mittelalterlichen Dichterfürsten Saadi beim Wort. Noch leben sie ihre persönliche Freiheit hinter verschlossenen Wohnungstüren – dort, wo weder Meinungs- noch Alkoholverbot herrscht, wo der Schleier straflos fällt, niemand ein geschminktes Gesicht für verwerflich hält. Doch gerade junge Iraner stellen zunehmend auch öffentlich die Legitimation der selbsternannten religiösen Sittenwächter in Frage.

Deren Machtanmaßung von Gottes Gnaden findet in der langen Geschichte des Landes keine Parallele. Der Vielvölkerstaat, in dem die Perser heute nur wenig mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, nimmt bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. Gestalt an und erlangt etwa unter den Achämeniden wiederholt Großmachtstellung, bevor er unter dem Khalifat der Abbasiden in mehrere Lokaldynastien zerfällt. Die Safawiden führen im 16. Jahrhundert die bis heute bestimmende Shi’a-Glaubenslehre ein.

Iran im 19. Jahrhundert

Im frühen 19. Jahrhundert wird das Land zum Spielball europäischer Großmächte: Russland drängt in zwei Kriegen von Norden heran, England nutzt seine Handelsstützpunkte zur Kontrolle des Südens. Die skandalöse Korruption der offiziell regierenden Qajaren-Dynastie provoziert 1905 eine Konstitutionelle Revolution, die ein Parlament und eine neue Verfassung erzwingt. Vier Jahre später entfachen Spannungen zwischen bürgerlich-demokratischen und religiös-konservativen Kräften einen Bürgerkrieg, den Russen und Briten in bewährter kolonialer Manier durch eine Invasion und die Einsetzung einer willfährigen Regierung beenden.

Iran zu Zeiten des Schahs

1925 ergreift — gestützt von England — Rezâ Shah Pahlavi (Shah von altpersisch Shâhanshâh: König der Könige) die Macht, dem 1941 sein Sohn Muhamad auf den Thron folgt. Massive Industrialisierung und die Orientierung an westlichen Vorbildern prägen fortan das Bild. Das bringt auch neue Freiheiten mit sich. 1962 etwa erhalten Frauen das aktive und passive Wahlrecht, und gerade in den 60er Jahren unterscheiden sich die jungen, städtischen Iranerinnen rein äußerlich kaum von ihren Altersgenossinnen in Europa. Doch die Schattenseiten des Pahlavi-Regimes überwiegen: galoppierende Inflation, ungleiche Verteilung des Reichtums und gewalttätige politische Repression. Überdies mißachtet die Säkularisierung der Gesellschaft den Führungsanspruch der schiitischen Geistlichkeit.

Iran: Die Islamische Revolution

Die Spannungen entladen sich 1979 in der Islamischen Revolution, die unter Ayatollah Khomeini einen strengen Gottesstaat etabliert. Darin steht der Vali-ye Faqih (herrschender Rechtsgelehrter) zusammen mit einem sechsköpfigen Rat über Regierung und Parlament und wacht über die strikte Einhaltung der islamischen Prinzipien der Shi’a in allen Lebensbereichen. Der Krieg mit Iraq stürzt das Land bald darauf in eine Existenzkrise, von der es sich lange nicht erholt. Das ändert sich erst mit Muhamad Khatami, den die Iraner 1997 mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten wählen und mit dessen demokratischem Reformkurs viele die Hoffnung auf einen Neuanfang verknüpfen.

Seit dem erdrutschartigen Sieg der Reformkräfte bei den Kommunal- bzw. Parlamentswahlen 1999 und 2000 versucht das konservative Lager mit immer drastischeren Mitteln, diese erneute, bislang friedliche Revolution zu ersticken. Doch die Menschen haben ihre Angst verloren: Politische Morde beantworten sie mit Demonstrationen, die Opfer der Staatsgewalt machen sie zu Idolen, und das Verbot einer Zeitung zieht umgehend die Gründung einer neuen nach sich.

Niemand im Land trauert der Schah-Zeit nach. Immer mehr jedoch sehen in der Islamischen Republik eine Fortsetzung der Unterdrükkung mit anderen Mitteln. Der Iran ist — einmal mehr — im Aufbruch. Es gibt derzeit wohl kein spannenderes Land im Mittleren Osten.

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