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„Was in Oman vorgeht, weiß nur Allah.“ Das alte arabische Sprichwort gilt bis heute, und doch zählen die Omanis zu den weltoffensten Völkern der Arabischen Halbinsel. In Jahrhunderten bemißt sich die Zeit, in der die Kaufleute des Landes die uralten Handelsrouten nach Afrika und Asien befahren. Die Waren, die sie in ihre Heimat bringen, bescheren den Menschen Wohlstand und eine offene, tolerante Einstellung gegenüber Fremden. Gleichwohl bleibt das Land jenseits der handeltreibenden Hafenorte Außenstehenden immer ein Geheimnis.

Mit dem beginnenden Zeitalter des Kolonialismus weckt Oman die Begehrlichkeit der Europäer. Anfang des 16. Jahrhunderts versuchen die Portugiesen, sich ihren Anteil am ertragreichen Gewürzhandel zu sichern. Zielstrebig greifen sie nach den omanischen Küstenstädten und befestigen sie mit wehrhaften Forts. Erst nach mehr als einem Jahrhundert unter fremder Herrschaft erlangen die Omanis wieder die Kontrolle über ihr gesamtes Land. Unter der Dynastie der al-Ya’ruba blüht der Seehandel erneut auf, und Oman wird zur beherrschenden Macht im westlichen Indischen Ozean. Mit Hilfe der halbjährlich drehenden Monsunwinde bringen die Schiffe Gold, Elfenbein und Gewürze aus Ostafrika, die wie ehedem über die alten Karawanenrouten weiter ans Mittelmeer transportiert werden. In Rustaq, Nizwa, Djabrin und al-Hazm entstehen die großen Forts Inner-Omans. Nach außen hin stabil, gärt es im Land: Obwohl sich die ulama (die Gelehrten), die traditionell die Imame unabhängig von ihrer Herkunft wählen, stets auf einen Herrscher aus der angesehenen Ya’ruba-Familie einigen, kommt es innerhalb der Dynastie immer wieder zu Nachfolgestreitigkeiten.

Die Auseinandersetzungen enden im Bürgerkrieg. Man ruft sogar die Perser zu Hilfe, die sich gleich im Land breitmachen. Erst ‘Ahmad bin Sa’id, der Begründer der bis heute regierenden Al Bu Sa’id-Dynastie, kann die ungebetenen Gäste wieder vertreiben.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts steht Oman im Zenith seiner Macht: Sein Einfluß reicht von den Küsten Afrikas bis nach Indien. Zanzibar, die kleine, Tanzania vorgelagerte Insel, wird unter Sultan Sa’id sogar kurzfristig Regierungssitz. Doch wieder kommt es zu Erbfolgestreitigkeiten, und die Handelsstützpunkte in Afrikas gehen verloren. Ein schwerer Schlag, denn längst haben die Dependancen die Zentrale überflügelt. Auch technisch sind die Omanis Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr auf der Höhe der Zeit, denn inzwischen erobern Dampfschiffe die Weltmeere. Hinzu kommen die andauernden Streitigkeiten mit den expandierenden Wahhabiten. Die drohende Gefahr können sie nur mit Hilfe der Briten abwenden. Die schließen Schutzabkommen mit dem Sultan, erlangen nach und nach Kontrolle über die gesamte Außenpolitik und sichern sich so ihre Vormachtstellung im Indischen Ozean und im Persisch-Arabischen Golf. Innenpolitisch halten die Sultane das Land nun in völliger Isolation. Radio, Fernsehen, ja sogar Sonnenbrillen sind unter Sa’id bin Taimur verboten. Oman bleibt eines der unbekannten und unerforschten Länder der Welt.

Im Juli 1970 schickt der jetzige Sultan Qabus seinen Vater Sa’id ins Exil und öffnet das Land der Außenwelt. Seither bewegt sich Oman auf einem schmalen Grat. Die Öleinnahmen erlauben eine umfassende Modernisierung. Schulen und Krankenhäuser, Straßen und Häfen entstehen. Zugleich legen die Omanis großen Wert auf die Bewahrung alter Sitten und Gebräuche, richten Handwerkszentren, Musikschulen und Naturparks zum Schutz von Flora und Fauna ein. Die Badu werden nicht wie anderswo zwangsangesiedelt. Im Gegenteil: Lehrer und Ärzte werden auch in die abgelegensten Landstriche entsandt. Die Stämme können so ihr traditionelles Leben weiterführen. Bislang scheint dieser Balanceakt gut gelungen, und der schöne Sultan genießt bei seinen Untertanen hohes Ansehen.

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